Gesund bleiben auf Weltreise: Durchfall und Erbrechen vermeiden & fit bleiben

Krank auf der Reise – ein Horror! Durchfall und Erbrechen, oft kommen sie ganz plötzlich. Gesund bleiben auf Reisen und Reisekrankheiten vermeiden mit den folgenden Tipps!


Montezuma’s Rache, eine Lebensmittelvergiftung, Virusinfektionen, Hautentzündungen in den Tropen, Kopfschmerzen, Soroche, Malaria… Exotische Krankheiten oder einfache Verdauungsprobleme gehören, ungewollt, zu jeder Fernreise auf eigene Faust.

china street food

Foto:DarkLantern

Lebensmittelvergiftung & Erbrechen vermeiden

Entweder sie tritt ganz plötzlich über Nacht auf, oder der Gesundheitszustand verschlechter sich über Tage bis zum finalen Höhepunkt mit Erbrechen und Durchfall.

Eines vorweg: wegen einer möglichen Lebensmittelvergiftung muss man nicht paranoid werden und den Spaß an der Reise verlieren. Einfache Verhaltensweisen wie die Hände regelmäßig waschen und die richtige Auswahl des Essens können oft das Schlimmste verhindern. Und selbst wenn es einmal passier – nach wenigen Tagen hat man es meist hinter sich. Nur wenn die Symptome sehr stark sind oder über mehrere Tage anhalten reicht die Selbstheilungskraft des Körpers nicht aus und man sollte zum Arzt gehen.

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Foto: Augapfel

Eine Lebensmittelvergiftung auf der Reise fängt man sich am häufigsten dort ein, wo viele Touristen unterwegs sind und die Einheimischen westliche Gerichte anbieten. Oft ist die korrekte Zubereitung der Speisen nicht bekannt oder Lebensmittel werden zu lange unter ungünstigen Bedingungen gelagert. Traditionelles einheimisches Essen hingegen ist meistens in Ordnung.

Immer sollte man kritisch sein: Ist das Restaurant / der Laden / der Marktstand/ der food stall auf der Straße sauber? Sieht das Essen frisch aus? Essen viele Einheimische hier? Wird das Essen sauber zubereitet? Vorsicht wenn nur Touristen hier essen. Wer die Qual der Wahl hat, sollte zu einem von Einheimischen gut besuchten Restaurant gehen und die Touristenläden vermeiden.

Lebensmittel sollten immer sorgfältig gekocht oder frittiert werden. Obst und Gemüse immer schälen. Salate, Eiswürfel in Getränken, Fruchtsäfte und handgemachtes Eis am besten vermeiden. Fleisch wird in heißen Ländern nicht immer durchgehend gekühlt. Es ist eine ideale Brutstätte für Bakterien und Viren (Salmonellen etc.), und sollte vermieden werden, wenn man ganz sicher ist, dass es kräftig erhitzt wurde. Außerdem werden Fleischgerichte oft viel zu warm aufbewahrt und dann für den nächsten Touristen aufgewärmt…

Durchfall vermeiden

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Foto: nmarritz

Der Reisedurchfall ist ein Klassiker. Die Veränderung der Ernährung, Jetlag, unregelmäßige Essenszeiten und allgemeiner Stress bringen den Verdauungstrakt durcheinander. Auch wenn der schlimmste Durchfall nach einem Tag vorüber ist, ein Reisetag ist verloren. Bei länger anhaltendem Durchfall sollte man zum Arzt gehen. Viren und Darmparasiten können ernste Gesundheitsbeschwerden verursachen.

Verunreinigtes Wasser und allgemein schlechte Hygiene, vor allem bei der Lebensmittelzubereitung,   sind hier verantwortlich. Die bereits genannten Vorsichtsmaßnahmen gelten auch hier um Durchfall auf der Reise zu vermeiden.

Wenn der Durchfall von schlechtem Essen herrührt, ist es am besten, kein Durchfallmittel zu nehmen um alle Giftstoffe und Bakterien natürlich auszuscheiden. Der Wasserverlust sollte mit isotonischen Getränken ausgeglichen werden. Ein einfaches Hausmittel gegen Durchfall sind Äpfel. Das darin enthaltene Pektin stoppt flüssigen Stuhl natürlich ohne den Körper zu belasten.

Als Nahrung bei Durchfall eignen sich zuckerarme Kekse, Kartoffeln oder Reis, am besten ohne weitere Zutaten oder Soßen.

Isotonisches Getränk gegen Durchfall und Erbrechen zubereiten

Dehydrierung und Minerlastoffmangel durch Durchfall und Erbrechen schwächen den Körper zusätzlich. Ein isotonisches Getränk enthält Elektrolyte die den Körper mit Mineralien versorgen.

Man gibt 4 Prisen Zucker und 3 Prisen Salz auf ein Glas Wasser. Ein Spritzer Zitronen- oder Orangensaft hilft zusätzlich. Auch Cola mit etwas Salz können wir empfehlen.

Um der Dehydrierung vorzubeigen sollte man mindestens 2 Liter Wasser täglich trinken. In heißem Klima gerne auch deutlich mehr.

Sauberes Wasser

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Foto: sfreimark

Um auf der Weltreise gesund zu bleiben, ist sauberes Trinkwasser extrem wichtig. Wasser in Flaschen ist fast auf der ganzen Welt erhältlich und sollte Leitungswasser immer vorgezogen werden. Bei Touren in sehr abgelegene Gebiete kann Wasser abgekocht oder mit Jod, Chlor oder Silberionen von gefährlichen Keimen gereinigt werden. Ein Wasserfilter ist für den durchschnittlichen Backpacker nicht notwendig.

Durch die Wasserdesinfektion mit Jod oder Chlor erhält das Wasser leider einen recht unangenehmen Geschmack. Mit vor Ort erhältlichem Getränkepulver oder etwas Zitronensäure in Pulverform kann der Geschmack erträglich werden.

Nie direkt aus Bächen trinken, egal wie klar sie aussehen.

Zum Wasser abkocht das Wasser für 10 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Sonnenschutz

Südliche Länder liegen näher am Äquator, die Sonneneinstrahlung ist dort intensiver als im grauen Deutschland. Auch die australische Sonne ist dank Ozonloch stärker als die Europäische.

Um sich von den sonnenverbrannten Pauschaltouristen und Anfängern zu unterscheiden, schützt sich der Travelprofi vor zu viel Sonne. Ein simpler Sonnenhut, Sonnencreme und das Vermeiden der Mittagssonne ist alles, was man tun muss.

HIV, Malaria, Tollwut

HIV und anderen sexuell übertragbare Krankheiten sind in Entwicklungsländern weit verbreitet. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist keine gute Idee. Ebenso Tätowierungen mit schlechtem Hygienestandard.

In diesen Gebieten sollte man besonders vorsichtig sein:

HIV Weltkarte

HIV Weltkarte Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Tollwut wird vor allem durch Affen, Hunde oder wilde Tier durch einen Biss auf den Menschen übertragen. Daher sollte man bei Tierkontakt immer vorsichtig sein. Wenn es zu einem Biss kommen sollte, die Wunde unter fließendem Wasser waschen und mit einem Desinfektionsmittel behandeln. Anschließend zur Beobachtung zum lokalen Arzt.

Malaria ist weit verbreitet. Hier kannst du dich über die verschiedenen Formen informieren. Man kann versuchen, sich gegen die malariaübertragenden Mücken mit Insektenschutzmittel, Moskitonetz und langer Kleidung zu schützen. Nach unserer Erfahrung wird man trotzdem um einige Mückenstiche nicht herumkommen. Eine Malariabehandlung vor Ort ist im Fall der Fälle ist in den größeren Städten kein Problem. Die Ärzte wissen, mit welchem Malariatyp sie es zu tun haben, und welche Behandlung hilft.

Eine Malariaprophylaxe kann erhebliche Nebenwirkungen haben. Aus persönlicher Erfahrung würden wir eher zu Moskitonetz und Mückenschutzmittel raten.

In diesen Ländern ist Malaria verbreitet:

Malaria Weltkarte

Malaria Weltkarte Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Wann zum Arzt?

Bei allen ungewohnten Symptomen sollte man nicht zögern und zum Arzt gehen.

Bakterien, die für normalen Durchfall und Erbrechen sorgen, sind nach etwa 24 – 36 Stunden vom Immunsystem des Körpers eliminiert. Wenn die Krankheit länger dauert, können andere Krankheitserreger wie Giardien, Würmer und andere Parasiten im Verdauungstrakt sein. Weitere mögliche Krankheiten sind Typhus, Cholera, Hepatitis und Ruhr. Damit ist nicht zu spaßen!

Dieser Artikel kann nur einen kleinen Überblick über Reisekrankheiten geben – es gibt Tausende von anderen Erkrankungen, mal mehr, mal weniger selten. Arztbesuche sind in den meisten Entwicklungsländern billig. Auch kann man fast alle Arzneimitteln über den Ladentisch ohne Rezept kaufen. Es macht also absolut keinen Sinn, hier an der Gesundheit zu sparen.

Ein Erste Hilfe Set für die Reise enthält Mittel gegen Durchfall, Krämpfe und Schmerzen. Im Notfall hilft dies, die schlimmsten Stunden besser zu überstehen.

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