Die Wachau – malerische Landschaft mit zahlreichen Kunstschätzen

Als Wachau wird eine Landschaft in Niederösterreich bezeichnet. Die Region zwischen Krems und Melk liegt direkt an der Donau und punktet mit landschaftlicher Schönheit. Die blaue Donau bietet einen interessanten Kontrast zu den unzähligen Weinhängen. Da sich die Wachau als einzigartiger Kulturraum mit Sehenswürdigkeiten präsentiert, wurde sie im Jahr 2000 von der UNESCO als Weltkultur- und naturerbe ausgezeichnet.

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Lage und Erreichbarkeit

Die Wachau liegt rund 80 Kilometer westlich von Wien. Sie ist über die Autobahn A1 und die Abfahrt Melk von Westen aus erreichbar. Reist man von Wien an, wählt man die Donauuferautobahn A22 und biegt bei Stockerau auf die gut ausgebaute Schnellstraße S5 ab, die direkt nach Krems führt. Insgesamt ist der Flussabschnitt der Donau 30 Kilometer lang. Im Nordwesten begrenzen die Ausläufer des Böhmischen Massivs die Region, während südlich der Donau der Dunkelsteiner Wald zu sehen ist. Durch die Begrenzung der genannten Berge präsentiert sich die Wachau als enges Felsental mit einzigartigem Reiz. An den steilen Hängen wird vorwiegend Wein angebaut.

Melk – Imposantes Benediktinerstift

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Foto: MCAD Library

Von Westen ausgesehen bildet die Stadt Melk den Beginn der Wachau. Schon von weitem ist das gewaltige Benediktinerstift zu sehen, das die Landschaft um Melk entscheidend prägt. Überlieferungen bezeugen, dass bereits im 11. Jahrhundert eine Burg der Babenberger an diesem Platz stand. In den Jahren 1702 bis 1738 wurde das imposante Stift im Barocken Stil errichtet. Die Baumeister Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast waren für die Arbeiten verantwortlich. Insgesamt weist das Gebäude eine Länge von 325 Metern auf. Die einzelnen Gebäude wurden um sieben Höfe angelegt. Die innere Stiftskirche mit den beiden Türmen zählt zu einer der schönsten barocken Sakralbauten in Niederösterreich. Bei einer geführten Tour kann man prunkvolle Säle wie den Marmorsaal oder die Bibliothek besichtigen. Während der warmen Jahreszeit finden im Stift zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte statt.

Krems – der Gegenpol

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Foto: jay8085

Die Stadt Krems an der Donau ist am östlichen Ausgang der Wachau zu finden. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, sie wurde zum ersten Mal im Jahr 995 urkundlich erwähnt. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten zählt das Steiner Tor (Errichtung 1480), das auch als Wahrzeichen von Krems gilt. Durch die enge Piaristengasse gelangt man zur Piaristenkirche, die von 1475 bis 1520 erbaut wurde. Die meisten Altarbilder des imposanten Sakralbaus aus der Spätgotik stammen von Kremser Schmidt. Martin Johann Schmidt war einer der bekanntesten Maler aus der Zeit des Spätbarock und Rokoko. Als einer der einzigen Künstler aus Niederösterreich aus der damaligen Zeit über die Österreichischen Grenzen bekannt war, bekam der den fast liebevollen Beinamen „Kremser Schmidt“. Aus dem frühen Barock stammt die Pfarrkirche St. Veit.

Weitere Sehenswürdigkeiten der Wachau

Von weithin ist Stift Göttweig, das sich nicht direkt in der Wachau, sondern rund 10 Kilometer südlich von Krems befindet. Die eindrucksvolle Fassade der Kirche und die wunderschöne Lage auf einem 260 Meter hohen Hügel begeistern die Besucher. Die Ruine Aggstein auf einer 325 Meter hohen Anhöhe zählt ebenfalls zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Wachau. Es sind noch Teile des Speisehauses, der Küche und Fragmente von Türmen enthalten. Genau gegenüber befindet sich die Fundstätte der Venus von Willendorf. Diese rund elf Zentimeter hohe Kalkfigur zählt zu den bekanntesten Fundstücken des gesamten Landes. Nach neuesten Untersuchungen wurde das Alter der Skulptur auf 29.500 Jahre geschätzt. Wer in der Wachau Urlaub macht, sollte unbedingt den kleinen Ort Dürnstein besuchen. Die kleine Stadt ist rundum von einer Mauer umgeben, die von Türmen gesäumt wird. Das Stift Dürnstein mit dem markanten blauen Turm ist besonders sehenswert.

Sportlich in der Wachau

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Foto: ericmonia

Im Juli ist die Wachau Austragungsort der Wachauer Radtage. Hier messen sich Hobbysportler und Profis auf verschiedenen Streckenlängen. Im September wird die Straße für Tausende Läufer gesperrt: dann findet nämlich der traditionelle Wachau Marathon statt, der von Emmersdorf nach Krems führt. Auch abseits der großen Wettkämpfe präsentiert sich die Wachau als Eldorado für Sportler. Der Donauradweg führt direkt durch die Wachau. So kann man die herrliche Naturlandschaft auf zwei Rädern entdecken. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Landschaft im Frühjahr. Ab Ende März fangen nämlich die 100.000 Marillenbäume an zu blühen. Dann ist die gesamte Landschaft in ein einzigartiges Blütenmeer getaucht. Für Wanderer sind folgende Wanderwege zu empfehlen:

  • Welterbesteig Wachau von Weißenkirchen nach Spitz, 10,54 Kilometer
  • Panoramaweg Weißenkirchen, 4,34 Kilometer
  • Ritzlingrunde mit Start in Weißenkirchen, 4 Kilometer
  • Jakobsweg von Göttweig nach Melk, 49 Kilometer
  • Kraftweg Maria Laach, 1,56 Kilometer
  • Rundwanderweg durch Spitz 5,5 Kilometer

Die Wachau bietet also zahlreiche kulturelle Highlights, eine wunderschöne Naturlandschaft und zahlreiche Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen.

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