Zum ersten Mal in Indien – wichtige Reisetipps

Wer zum ersten Mal in seinem Leben nach Indien reist, darf sich auf die Einzigartigkeit dieses Landes freuen. Die Kultur und Lebenseinstellung der Einwohner unterscheidet sich maßgeblich von der europäischen Mentalität. Generell stehen für Urlaube zwei unterschiedliche Reisevarianten zur Auswahl: eine Individualreise oder eine geführte Indien Rundreise. Beide Möglichkeiten bieten ihre Vor- und Nachteile. Wer im Urlaub lieber unabhängig ist und die Aufenthaltsdauer an verschiedenen Sehenswürdigkeiten flexibel gestalten möchte, reist am besten individuell an. Dabei muss man sich jedoch um alle Formalitäten selbst kümmern. Die Organisation beinhaltet zum Beispiel die Buchung eines Flugs und eines Hotels. Möchte man verschiedene Regionen Indiens kennenlernen, muss man sich über Transportmöglichkeiten vor Ort informieren. Bei der Planung des Aufenthalts darf man auf keinen Fall auf die Einreiseformalitäten vergessen. Für Reisende aus Deutschland ist zwingend ein Touristenvisum vorgesehen, um das man sich rechtzeitig kümmern sollte. Voraussetzung für das Ausstellen eines Visums durch die Behörden ist ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate nach Reisedatum gültig ist. In der heutigen Zeit, wo fast jeder Haushalt mit dem Internet verbunden ist, kommt man deutlich leichter an ein Visum als zu Zeiten, wo man stundenlang bei der Botschaft anstehen musste. Heute kann der Visum-Antrag bequem von zu Hause online eingegeben werden. Bucht man eine geführte Rundreise, werden bei manchen Veranstaltern die Formalitäten rund ums Visum automatisch erledigt. Man reist gemeinsam mit dem Flugzeug an und absolviert in der Regel die Rundreise in einem Bus. Dabei trifft man auf Menschen, die man persönlich noch nie getroffen hat. Auf Rundreisen können Freundschaften geschlossen werden, die noch Jahre nach dem gemeinsamen Urlaub bestehen. Auf der anderen Seite wiederum kann man auf einer Rundreise bei besonders imposanten Sehenswürdigkeiten nicht einfach länger verweilen. Der Zeitplan ist strikt vorgegeben und meist gibt es wenig Spielraum, um das Programm zu absolvieren.

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Gesundheitliche Vorkehrungen

In Indien herrschen nicht dieselben hygienischen Voraussetzungen wie in Europa. Dieser Tatsache muss man sich bewusst sein und bereits vor der Abreise gewisse Maßnahmen setzen. Dazu gehört zum Beispiel, den Impfpass genau unter die Lupe zu nehmen. Zwar herrschen für Indien keine zwingend notwendigen Impfvorschriften, es macht jedoch durchaus Sinn, einen Reisemediziner zu konsultieren. Die meisten Tropeninstitute empfehlen Impfungen gegen Diphterie, Tetanus, Cholera, Typhus, Hepatitis A, Polio, außerdem ist eine Malaria-Prophylaxe anzuraten. Die weiteren Empfehlungen richten sich auch danach, welche Regionen man bereisen möchte. Plant man längere Aufenthalte in wenig erschlossenen Gebieten, macht eine Meningokokken-Meningitis Impfung Sinn, außerdem sollte man sich eine Injektion gegen Tollwut holen. Des Weiteren gelten für Reisen nach Indien ähnliche Richtlinien wie für andere südliche Länder. Das Wasser aus der Leitung sollte man keinesfalls trinken, sondern nur original verschlossene Wasserflaschen kaufen. Bei frischem Salat und Eiscreme ist wegen einer möglichen Verunreinigung besondere Vorsicht geboten. Auch wenn viele Vitamine in der Schale stecken, sollte man nur geschältes Obst konsumieren. Egal ob man eine Rundreise plant oder individuell nach Indien fährt, eine gut ausgestattete Reiseapotheke darf auf keinen Fall fehlen. Darin sollten folgende Medikamente enthalten sein: Mittel gegen Durchfall und Verstopfung, Nasenspray, fieber- und schmerzstillende Tabletten, Pflaster, ein kleiner Verbandskasten, eventuell ein Fieberthermometer, bei Bedarf Allergietabletten und guter Mückenschutz. Auf keinen Fall darf man auf jede Tabletten vergessen, die man zu Hause täglich einnehmen muss – dazu zählt zum Beispiel die Antibabypille.

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Landestypische Eigenheiten

Als Urlauber sollte man die landesüblichen Verhaltensweisen kennen, wenn man sich in neues Land begibt. Gerade in Indien herrscht eine völlig andere Kultur und die Religion spielt in vielen Regionen eine wichtige Rolle. Nahezu 80 Prozent der Bevölkerung gehören dem Hinduismus an zweitstärkste Religion ist mit rund 12 Prozent der Islam. Das Christentum spielt mit knapp über 2 Prozent eine untergeordnete Rolle. Natürlich möchte man am liebsten alle Eindrücke für später festhalten. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass man in Indien sämtliche Brücken, Flughäfen und Lokomotiven, militärische Einrichtungen und der Innenraum vieler heiliger Gebäude nicht fotografiert werden dürfen. Um sicherzugehen, sollte man in jeder Sehenswürdigkeit nach entsprechenden Hinweistafeln Ausschau halten. Betritt man Sakralgebäude wie Moscheen, Kirchen, Tempel oder Mausoleen, sollte man als Zeichen der Demut die Schuhe ablegen. Da nur in manchen kirchlichen Sehenswürdigkeiten für die Besucher entsprechende Überschuhe bereitgestellt werden, führt man am besten immer ein Paar Socken mit. Bis Mitte der 70er Jahre herrschten in Indien generell sehr strikte Bekleidungsvorschriften, vor allem für Frauen. Heute wurden die Regelungen bereits gelockert, trotzdem sollte man sich in der Öffentlichkeit entsprechend kleiden. Strandbekleidung, knappe Shorts und tiefe Ausschnitte werden auch heute in Indien nicht gerne gesehen. In den meisten Restaurants und Hotels wird auf lange Bekleidung beim Abendessen Wert gelegt.

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Foto: Romain Lau

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